Event: 4. Lauf zur Kartlangstrecke Sachsen 2026
Datum: 12.–13. September 2026
Ort: Motodrom Belleben
Wetter: zunächst trocken und leicht bewölkt, am Abend 13 bis 15 °C, vereinzelte Regentropfen zum Rennende
Mit dem traditionellen Nachtlauf im Motodrom Belleben startete die Kartlangstrecke Sachsen in die zweite Saisonhälfte. Angenehme Temperaturen, trockene Bedingungen und ein erfreulich großes Starterfeld boten beste Voraussetzungen für ein besonderes Rennwochenende.
Vor allem in der Langstrecke gab es Grund zur Freude: Mit 13 Teams standen endlich wieder mehr als zehn Karts am Start des 3-Stunden-Rennens. Elf davon traten in der stark besetzten VT390-Klasse an. Das große Feld sorgte nicht nur für ein beeindruckendes Bild unter Flutlicht, sondern auch für reichlich Verkehr, zahlreiche Überrundungen und einen ausgesprochen turbulenten Rennverlauf.
Nachwuchsklassen: Neue Gesichter mit viel Freude am Rennsport
Auch unsere Nachwuchsfahrer zeigten in Belleben wieder, wie viel Talent und Begeisterung in den jungen Klassen steckt.
In der VT200-Bambini-Klasse gewann Mick Beckel sowohl den Sprint als auch das Finale vor Lennart Hofmann. Bei den RK1 Junioren setzte sich Leonard Hoffmann in beiden Läufen gegen Frederik Hoffmann durch.
Besonders erfreulich war der Zuwachs in der VT200-New-Klasse. Paul Fritsche bestritt sein erstes Rennwochenende und hatte dabei sichtlich Freude an seinen ersten Rennkilometern. Auch Newcomer Matteo Esposito zeigte eine fantastische Leistung und entschied den Sprint für sich. Im Finale brachte Paul sein Kart erneut zuverlässig ins Ziel, während Matteo diesmal ohne Rennrunde blieb.
Unabhängig von den Platzierungen haben beide einen gelungenen Einstand gezeigt – genau so wünschen wir uns den Einstieg in den Kartsport!
Kurzstrecke: Doppelsiege bei den VT400 und RK1 Senioren
In der VT400-Klasse war Steffen Buschbeck an diesem Wochenende das Maß der Dinge. Er gewann sowohl den Sprint als auch das Finale vor Jan Riemer.
Franz Hellmich, der als Ersatzfahrer für Jörg Hübschmann antrat, erreichte im ersten Rennen den dritten Platz. Im Finale wurde er jedoch von einem Motorschaden gestoppt. Dadurch rückte Alexander Schneider auf den dritten Rang vor.
Mit Josie Paul durften wir außerdem eine weitere Neueinsteigerin im Feld begrüßen. Sie absolvierte beide Rennen und scheint unter ihren neuen Spielkameraden bereits gut angekommen zu sein. Wir hoffen, dass sie dem Feld dauerhaft erhalten bleibt!
Auch die VT390-Kurzstrecke bekam Zuwachs: Elias Bänecke bestritt in Belleben sein erstes Rennwochenende bei uns. Noch musste er ohne direkten Klassenkonkurrenten antreten, sammelte aber wertvolle Rennkilometer und brachte beide Läufe erfolgreich ins Ziel.
In der RK1-Senior-Klasse setzte sich Eric Steinert bei beiden Starts gegen Jeremy Dölle durch und ging anschließend praktisch im Qualifyingmodus über die gesamte Distanz. Jeremy blieb auf seiner Heimstrecke stets in Schlagdistanz, musste sich aber beidemale knapp geschlagen geben.
Langstrecke: Die VT390 sorgt für reichlich Action
Mit elf Teams stellte die VT390 den mit Abstand größten Teil des Langstreckenfeldes. Entsprechend dicht ging es auf der Strecke zu. Während einige Mannschaften nahezu problemlos durch die drei Stunden kamen, mussten andere zahlreiche Rückschläge verkraften.
An der Spitze der Klasse entwickelte sich ein enges Duell zwischen der #153 von ZAP und der #99 von NixKart DVB. Beide Teams absolvierten 213 Runden. Nach drei Stunden Renndistanz trennten sie gerade einmal 8,313 Sekunden.
Die #153 entschied das Duell für sich und belegte gleichzeitig den zweiten Gesamtrang. Da ZAP als Gaststarter antrat, gingen die maximalen Meisterschaftspunkte jedoch an die zweitplatzierte #99 von NixKart DVB.
Den dritten Rang der VT390-Wertung sicherte sich die #14 von ST Kartsport, die mit 202 gefahrenen Runden gleichzeitig den vierten Gesamtrang erreichte. Dahinter folgte die #3 von Zixspeed Racing.
Für die #98 von Zixspeed Racing wurde aus dem ohnehin schwierigen Start vom Ende des Feldes ein arbeitsreiches Rennen. Zusätzlich zur Rückversetzung nach dem Zeittraining kassierte das Team eine Zeitstrafe wegen der Überschreitung der zulässigen Fahrzeit. Trotzdem kämpfte sich die Mannschaft noch bis auf den sechsten Gesamtrang zurück.
Das Schweineohr fordert seine Opfer
Ein besonderer Schwerpunkt des Rennens war Kurve 7 – die letzte Rechtskurve des Motodroms, im Fahrerlager besser bekannt als das „Schweineohr“. Gleich mehrere Teams machten dort im Laufe des Abends schmerzhafte Bekanntschaft mit den Streckenbegrenzungen.
Die #4 von BS Racing hatte zunächst einen kleineren Einschlag und musste das Rennen später mit einem Motorschaden endgültig beenden. Auch die #11 von Bully Racing geriet im Schweineohr in Schwierigkeiten.
Die #82 von Zixspeed erwischte es ebenfalls an dieser Stelle. Zusätzlich zum Einschlag brach am Kart der Auspuffkrümmer. Auch die #33 musste nach einem Fahrerwechsel und dem anschließenden Boxenstopp mit kalten Reifen Bekanntschaft mit Kurve 7 machen.
Die #383 von Bully Racing kämpfte unterdessen mit technischen Problemen, die sich nicht beim ersten Reparaturversuch beheben ließen. Das Team gab jedoch nicht auf, kehrte mehrfach auf die Strecke zurück und brachte das Kart schließlich noch über die Ziellinie.
#13 BullySpeed Racing: Sieg auf den letzten Tropfen
Ein besonderes Projekt brachten Noel Macht (eigentlich Bully Racing) und Eric Steinert (eigentlich Zixspeed) an den Start. Unter dem Namen BullySpeed Racing gingen sie als Gaststarter mit einem Swissauto 250 in der Open-Klasse ins Rennen. Mit Abstand der stärkste Motor im Feld, über die ganze Strecke hörbar, bedeutete der Swiss eine völlig neue Herausforderung. Aufgrund seiner deutlich höheren Leistung startete die #13 folgerichtig außerhalb der regulären VT390-Wertung in der offenen Klasse.
Die #13 setzte sich früh an die Spitze, verlor ihren herausgefahrenen Vorsprung aber während mehrerer Safety-Kart-Phasen immer wieder. Zusätzlich benötigte der durstige Swiss zwei Tankstopps, während das übrige Feld mit einem auskam. Sie fuhren aber mit 45,927 Sekunden dennoch die schnellste Rennrunde der Nacht.
In den letzten rund 20 Minuten musste massiv Kraftstoff gespart werden. Zwei Minuten vor Rennende begann der Motor tatsächlich zu stottern – doch der Sprit reichte gerade so. Nach 214 Runden sicherte sich BullySpeed Racing die Gesamtwertung des Rennens mit einer Runde Vorsprung.
Starkes Rennen der VT200-Youngster
Eine erneut bemerkenswerte Leistung zeigte die #88 von Zixspeed Racing in der VT200-Klasse. Dass das Team überhaupt am Start des Rennens stand, war nach dem Trainingsfreitag keineswegs selbstverständlich.
Zunächst zerlegte es eine Bremsscheibe, wobei auch die Hinterachse erheblich beschädigt wurde. Nach der Reparatur folgte ein Abflug in die Reifenstapel, bei dem die Vorderachse gründlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Kart musste damit innerhalb kürzester Zeit beinahe zweimal neu aufgebaut werden.
Davon ließen sich die jungen Fahrer und ihre Mannschaft jedoch nicht beeindrucken. Im 3-Stunden-Rennen spulte die #88 zuverlässig ihre Runden ab und erreichte trotz des deutlichen Leistungsnachteils des VT200 beeindruckende 198 Umläufe.
Damit belegten die Youngster den siebten Gesamtrang – auf derselben Runde wie die deutlich stärkere #98 und lediglich 4,805 Sekunden hinter ihr. Auch ohne direkten Gegner in der eigenen Klasse war das alles andere als eine Spazierfahrt. Eine starke Leistung von Fahrern und Mechanikern!
Ergebnisse Langstrecke
Gesamtwertung:
- #13 BullySpeed Racing – LS Open – 214 Runden
- #153 ZAP – LS VT390 – 213 Runden
- #99 NixKart DVB – LS VT390 – 213 Runden
LS Open:
- #13 BullySpeed Racing
LS VT390:
- #153 ZAP
- #99 NixKart DVB
- #14 ST Kartsport
LS VT200:
- #88 Zixspeed Racing
Ergebnisse Kurzstrecke
VT200 Bambini:
- Mick Beckel
- Lennart Hoffmann
VT200 New:
- Paul Fritsche
- Matteo Esposito
RK1 Junioren:
- Leonard Hoffmann
- Frederik Hoffmann
RK1 Senioren:
- Eric Steinert
- Jeremy Dölle
VT390 Kurzstrecke:
- Elias Bänecke
VT400 Kurzstrecke:
- Steffen Buschbeck
- Jan Riemer
- Alexander Schneider
Fazit und Ausblick
Der Nachtlauf in Belleben bot alles, was ein Langstreckenrennen ausmacht: ein erfreulich großes Starterfeld, spannende Zweikämpfe, zahlreiche technische Herausforderungen, mehrere Safety-Kart-Phasen und einen dramatischen Kampf um jeden einzelnen Tropfen Kraftstoff.
Besonders erfreulich waren die zahlreichen neuen Gesichter in den Nachwuchs- und Kurzstreckenklassen. Genau davon lebt unsere Serie – von erfahrenen Piloten, mutigen Neueinsteigern, engagierten Teams und dem gemeinsamen Spaß am Motorsport.
Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Bereits am 27. September steht in der Kartarena Cheb der fünfte Saisonlauf der Kartlangstrecke Sachsen auf dem Programm.
