Datum: 11. Oktober 2026
Ort: WallraV Race Center
Wetter: zunächst überwiegend trocken, später feuchte Bedingungen und Regen zum Ende der Langstrecke
Mit dem sechsten und letzten Rennwochenende in Wallrav ging unsere Saison 2026 zu Ende. Und das Finale hatte noch einmal einiges zu bieten: enge Zweikämpfe, wechselnde Bedingungen, technische Ausfälle, eine Meisterschaftsentscheidung auf den letzten Metern – und einen Abschied, der wohl allen Beteiligten in Erinnerung bleiben wird.
Bambini: Duell auf Augenhöhe
Schon im Zeittraining deutete sich an, wie eng es zwischen Mick Beckel und Lennart Hoffmann werden würde. Gerade einmal 0,218 Sekunden trennten die #92 und die #20.
Im Sprint lieferten sich beide einen großartigen Kampf. Lennart war besonders im kurvigen Teil der Strecke schneller und konnte dort immer wieder Druck auf Mick ausüben und vorbeigehen. Auf der Geraden nutzte Mick dagegen den Geschwindigkeitsvorteil seiner #92 und schob sich mehrfach wieder vorbei.
Auch die schnellsten Rennrunden lagen nur wenige Hundertstelsekunden auseinander. Nach 14 Runden gewann Mick schließlich mit einem Vorsprung nicht einmal einer Sekunde! Näher kann man ein Saisonfinale kaum gestalten!
Das zweite Rennen fand unter nassen Bedingungen statt. Lennarts Angriff wurde diesmal von einem Reifenschaden hinten links beendet. Nach fünf Runden musste er das Kart abstellen und wurde noch als Dritter gewertet.
Mick brachte den Sieg sicher ins Ziel. Dahinter belohnte sich Paul Fritsche mit Platz zwei. Paul wurde über das gesamte Wochenende immer sicherer und konnte seine Rundenzeiten kontinuierlich verbessern.
Matteo Esposito sammelte unterdessen mit seinem neuen Kart weitere wertvolle Erfahrungskilometer. Er brachte beide Rennen ins Ziel und gewann die VT200-New-Wertung.
VT400: Buschi schiebt, Jan gewinnt
Im Sprint setzte sich Steffen „Buschi“ Buschbeck früh an die Spitze der VT400 und fuhr dem Feld davon. Bis zur letzten Runde sah alles nach einem souveränen Sieg für die #52 aus.
Dann blieb das Kart liegen…
Aufgeben kam allerdings nicht infrage. Buschi stieg aus und schob sein Kart in geradezu berauschender Geschwindigkeit über die Ziellinie. 😄 Sein Vorsprung auf der Strecke reichte ihm, um als Zweiter gewertet zu werden. Den Sieg erbte jedoch Jan Riemer mit der #75.
Alexander Schneider folgte auf Platz drei vor Jörg Hübschmann. Thomas Dölle übernahm in Wallrav die #99 als Ersatzfahrer für Franz Hellmich und gewann die VT390-Kurzstreckenwertung.
Das Finale wurde auf feuchter Strecke ausgetragen. Diesmal hielt Buschis Technik bis ins Ziel und er gewann mit knapp 15 Sekunden Vorsprung vor Jan Riemer. Alexander Schneider belegte erneut den dritten Rang, Jörg Hübschmann folgte auf Platz vier.
Damit ging der sportliche Tagessieg an Buschi. Auf dem Podest sollte an diesem Tag allerdings jemand anderes ganz oben stehen:
Eine besondere Ehrung für unser Urgestein
Bereits am Samstag hatte Jörg Hübschmann seinen 68. Geburtstag gefeiert. Gleichzeitig hatte unser Urgestein angekündigt, dass Wallrav sein letztes Rennen sein würde.
Unabhängig vom Tagesergebnis sprachen sich die anderen Fahrer deshalb mit den Organisatoren ab. Bei der Siegerehrung gingen alle freiwillig eine Stufe tiefer.
„Es ist mir eine besondere Ehre …“ und unser Jörg wurde auf Platz eins ausgerufen.
Dieser Moment ging ihm sichtlich nahe – und vermutlich nicht nur ihm. Nach unzähligen Rennen, vielen gemeinsamen Wochenenden und reichlich Geschichten aus dem Fahrerlager war das ein würdiger Abschied.
Lieber Hübschi: Vielen Dank für deine vielen Jahre auf und neben der Strecke! Wir hoffen natürlich, dass du uns im Fahrerlager erhalten bleibst. Nur weil man nicht mehr selbst fährt, heißt das schließlich noch lange nicht, dass man an den Wochenenden plötzlich etwas Vernünftigeres vorhat. 😉
Langstrecke: Der kleine 200er ärgert die Großen
Für das Saisonfinale durfte die #88 von Zixspeed Racing ihren kleinen VT200 mit deutlich mehr Leistung an den Start bringen und trat damit folgerichtig in der Open-Klasse an. Die Meisterschaft in der VT 200 Langstrecke war ja bereits in trockenen Tüchern.
Sascha übernahm den Startstint – und sorgte direkt für Aufsehen. Rund 30 Kilogramm weniger Gewicht und reichlich zusätzliche Motorleistung machten aus dem kleinen 200er ein ausgesprochen scharfes Gerät.
Während die großen VT390 noch nach ihrem Rhythmus suchten, zog die #88 an der Spitze davon. Mit einer schnellsten Runde von 47,318 Sekunden war sie sogar das schnellste Kart des Rennens.
Nach dem Fahrerwechsel endete die Vorstellung allerdings äußerst deutlich: Der Motor entschied sich, sein Pleuel seitlich durch die Motorwand nach draußen zu schicken. Damit war das Rennen der #88 nach 67 Runden leider beendet.
Der Auftritt war damit zwar kürzer als erhofft – Eindruck hinterlassen hat der kleine 200er trotzdem reichlich.
Formationsflug an der Spitze
In der VT390 deutete sich zunächst ein spannendes Duell zwischen der #383 von Bully Racing und der bereits als Meister feststehenden #99 von KSC DVB an.
Beide Teams fuhren bis zum ersten Fahrerwechsel beinahe im Formationsflug um die Strecke. Mehrere Safety-Kart-Phasen brachten das Feld immer wieder zusammen und hielten das Rennen offen.
Für die #99 endete der direkte Kampf um den Sieg durch ein Ölleck am Motor. Das Team musste zu einem Reparaturstopp an die Box und fiel dadurch bis auf den fünften Rang zurück.
Damit lag die Pflichtaufgabe klar bei der #383. Wollte das Team in der Meisterschaft noch auf den zweiten Platz springen, musste ein Sieg her.
Das Tempo dafür war vorhanden. Allerdings überholte die Mannschaft am Ende einer Safety-Kart-Phase etwas zu früh und kassierte dafür eine Stop-and-Go-Strafe. Auch davon ließ sich die #383 nicht aus dem Rhythmus bringen.
Nach 134 Runden gewann Bully Racing das Saisonfinale mit einer Runde Vorsprung.
Neue Besetzung, starkes Ergebnis
Ein sauberes Rennen zeigte auch die #888 Bully Racing + Zixpeed. Neben Stammfahrer Lennox Pempeit stieg diesmal Pascal Espig ein, der Sohn unseres Pokalsponsors Rainer Espig.
Die neue Fahrerkonstellation funktionierte ausgesprochen gut. Ohne größere Zwischenfälle und mit konstant schnellen Runden arbeitete sich die #888 bis auf den zweiten Platz vor.
133 Runden und 20 Meisterschaftspunkte sorgten außerdem für eine deutliche Verschiebung in der Jahreswertung: Bully Racing + Zixpeed sprang noch von Platz sechs auf den vierten Meisterschaftsrang.
Das kann man durchaus einen gelungenen Einstand nennen!
Zwei Punkte retten den Vizetitel
Für die #98 von Zixspeed Racing ging es um den zweiten Platz in der Meisterschaft. Während die #383 an der Spitze ihre Pflicht erfüllte, befand sich die #98 über weite Teile des Rennens genau in jener Position, mit der der Vizetitel verloren gewesen wäre.
Doch die Mannschaft blieb ruhig, vermied größere Zwischenfälle und arbeitete sich bis auf den dritten Rang vor. Damit sammelte die #98 genau die Punkte, die sie benötigte.
Nach sechs Saisonrennen lautet der Endstand:
- #98 Zixspeed Racing: 101 Punkte
- #383 Bully Racing: 99 Punkte
Zwei Punkte entschieden damit über den Vizemeistertitel der VT390-Langstrecke. Knapper hätte es für die #98 kaum werden dürfen!
Regen in den letzten Minuten
In den letzten zehn Minuten begann es noch einmal zu regnen. Für einen Reifenwechsel war es zu spät – und offenbar hatte auch niemand große Lust, kurz vor Schluss noch einen zusätzlichen Boxenstopp einzulegen.
Also blieben alle auf ihren Reifen und mussten sich vollständig auf ihr Gefühl verlassen. Einige Fahrer fanden erstaunlich schnell Vertrauen, andere hatten auf der zunehmend rutschigen Strecke deutlich mehr zu kämpfen.
An der Reihenfolge der ersten drei änderte der Regen nichts mehr: Die #383 gewann vor der #888 und der #98.
Die schnelle #14 von ST Kartsport beendete das Rennen als Gaststarter auf Platz vier. Das Team zeigte erneut viel Potenzial. Mit weiteren Fahrkilometern dürfte dort noch einiges möglich sein – und wir hoffen sehr, die Mannschaft im kommenden Jahr als festes Stammteam begrüßen zu dürfen!
Lilli und Noel testeten unterdessen in der #82 ihre Zusammenarbeit. Beide kamen ohne größere Probleme durch das Rennen, konnten die Zeiten der Spitzenteams jedoch noch nicht mitgehen. Auch hier hoffen wir auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.
Weniger Glück hatte die #3 von Zixspeed Racing. Motorprobleme beendeten das Rennen bereits nach 72 Runden.
Ergebnisse Langstrecke
VT390:
- #383 Bully Racing
- #888 Bully Racing + Zixpeed
- #98 Zixspeed Racing
Open-Klasse:
- #88 Zixspeed Racing
Schnellste Rennrunde: 47,318 Sekunden
Ergebnisse Kurzstrecke
VT200 Bambini:
- #92 Mick Beckel
- #12 Paul Fritsche
- #20 Lennart Hoffmann
VT200 Bambini New:
- #77 Matteo Esposito
VT390 Kurzstrecke:
- #99 Thomas Dölle
VT400 Kurzstrecke – sportliche Tageswertung:
- #52 Steffen Buschbeck
- #75 Jan Riemer
- #117 Alexander Schneider
- #66 Jörg Hübschmann
Ehrenplatz auf dem Podest:
- #66 Jörg „Hübschi“ Hübschmann 🏆
Die Meister der Saison 2026
Mit dem Zieleinlauf in Wallrav stehen nun alle Meister der Kartlangstrecke Sachsen 2026 fest:
- VT200-Langstrecke: #88 Zixspeed Racing – 100 Punkte
- VT390-Langstrecke: #99 KSC DVB – 129 Punkte
- VT200 Bambini: Mick Beckel – 285 Punkte
- RK1 Junioren: Leonard Hoffmann – 190 Punkte
- RK1 Senioren: Eric Steinert – 230 Punkte
- VT390 Kurzstrecke: Franz Hellmich – 150 Punkte
- VT400 Kurzstrecke: Jan Riemer – 266 Punkte
Herzlichen Glückwunsch an alle Meister, Vizemeister, Platzierten und natürlich an jeden, der sich in dieser Saison der Herausforderung gestellt hat!
Danke für die Saison 2026!
Sechs Rennwochenenden liegen hinter uns. Wir haben spannende Duelle, technische Dramen, neue Gesichter, alte Bekannte, Überraschungen und viele besondere Momente erlebt.
Dafür möchten wir uns bei allen bedanken, die unsere Veranstaltungen möglich machen: bei den Fahrerinnen und Fahrern, den Teams und Mechanikern, den Organisatoren, Sportwarten, Sanitätern, Helfern, Zeitnehmern, Unterstützern, Familien und Zuschauern.
Ein besonderer Dank geht außerdem an Rainer Espig und die 4sol GmbH für das Pokalsponsoring beim Saisonfinale. Solche Unterstützung ist für unseren Clubsport alles andere als selbstverständlich.
Bevor wir endgültig in die Winterpause gehen, treffen wir uns am 7. November zur Meisterfeier in der Karthalle am Sachsenring. Dort werden unsere Meister und Platzierten noch einmal gebührend geehrt.
Und wie heißt es so schön?
Nach der Saison ist vor der neuen Saison!
Die ersten Termine für 2027 gibt es bereits am Freitag hier auf unserer Homepage. 🏁
